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WELCHE FLIEGEN FÜR GOLDEN DORADO?

Welche Fliege ?

Es sind die Zutaten die ein gutes Essen ausmachen, eine Balance der Harmonie sozusagen… Können wir diese Brücke schlagen ? Eine künstliche Fliege, wenn auch in den Augen der Flugangel Puristen diese Ausführung wie Plasphemie erscheint, was der Forelle  eine 10er Royal Wulff, ist dem Dorado eine Chernobyl gebunden auf einem 3/0 er Haken, oder das Gegenstück einer klassischen 10 er Pheasant Tail Nymphe, ein 25 cm Deceiver auf 5/0 er Stahl für den grossen Hunger… Und hier kommen wir zum Kern der Sache: wie schaffe ich es Salminus maxillosus für unsere Fliege zu interessieren ?

 

Bleiaugen oder Tungsten Coneheads…

Nun, mich erinnernd an eine Situation in einem See im isländischen Hochland: ich hatte einen kleinen Saibling gehakt und führte ihn gerade in das seichte Wasser, der kleine Bursche wehrte sich heftig, als ich einen Schatten ausmachte einige Meter hinter meinem tobenden Fisch : es war der Übervater aller Isländischer Saiblinge der sich hier zeigte, allerdings drehte er lässig ab !! Es müssen wohl die heftigen Bewegungen gewesen sein, als Schwingung über die Seitenlinien aufgenommen oder das reflektieren der blanken Körperseite der „Beute“, oder alle diese Faktoren zusammen. Ein Dorado unterscheidet sich durchaus grundlegend im Habitus Beute aufzuspüren aber sein Seitenlinien Organ funktioniert wie das unseres Saiblinges. Je eingeschränkter seine Sicht  so wichtiger ist  die Fähigkeit  Beute mit eben diesem System auszumachen. Um diese

sicher gehakt…

Wahrnehmung zu triggern, bedarf es mehr als den Hauch einer Pheasant Tail !! Volumen muss her, und da erinnern wir uns an den schon lange zurückliegenden Physik Unterricht: Mehr Volumen verdrängt mehr Wasser…je grösser die  Verdrängung so grösser der Druckunterschied und umso wahrscheinlicher das ein Dorado aufmerksam wird. Ich realisiere diesen Fakt mit Rehhaar, Köpfe im“ Muddler Stil“. Der Grösse der Köpfe steht lediglich der Auftrieb dieses Materiales entgegen, das mit entsprechender Beschwerung ausgeglichen werden muss. Den Körper binde ich entweder komplett aus Bucktail, dem Schweif  Haar einer  Hirschart, oder ich kombiniere es mit Synthetik Material. Eine weitere Option ist das Modellieren des Kopfes aus Silikon. Andere gute Varianten sind  klassische Salzwasser “ Baitfish“ Muster wie : Die “ Bunker“ oder “ Deceiver “ Viel spass beim experimentieren!!

 Der Klassische Muddler gebunden auf 3/ 0 er Haken.

Eine “ Carnavalera “  Variation auf 3/0 er Haken

 Der Dorado Bringer schlechthin…

Welche Grösse ?

Die Grösse der angebotenen Muster richtet sich exzessive nach dem Jagdverhalten und der Jahreszeit. Im Früjahr bei Wassertemperaturen  immer noch deutlich unter 20°C , wenn der Dorado seine Winterlethargie langsam überwindet brauch es keine windfängigen „Hühner“, Fliegenmuster der Grösse 1/0 !!  werden vehement genommen und in Grund und Boden“ gechased“. Wenn die Wassertemperaturen steigen und sich während der Sommermonate je nach Gewässertyp zwischen 24°C  und 28°C eingependelt haben ist mit einer 1/0 er Fliege nicht mehr viel Eindruck zu schinden! Jetzt müssen wir dem gesteigerten Appetit und der Kondition unseres Maxillosus einen ebenbürtigen Happen anbieten, 3/0 er und auch Fliegen gebunden auf  5/0 er Haken also Muster die zwischen 12cm und 25 cm lang sind !

“ Teaser Muster “ auf 5/0 er Haken

Eine “ Morena“  4/0

 

   3/0 er “ Chernobyl „

  “ Pailettenaugen „

  Minimalistisch…

Welche Farbe ?

Jetzt werden wir einen Zeitsprung machen, der Dorado ist einer der Fischarten die nicht einem Besatzprogramm entstammen wie unsere Salmoniden Südamerikas. Die Flüsse  im Nord Osten Argentiniens wie der Rio Salado oder Rio Paraguay und auch der grösste Teil des Paranaflusses wie auch der Uruguay Fluss sind von Natur her eingetrübte Gewässer. Der Grad der Eintrübung schwankt auch mit den Niederschlagsmengen und der Einbringung von Schwemmstoffen und Sedimenten. Das aber schon seit Jahrtausenden… und eines ist gewiss: Salminus Maxillosus wuchs zu enormen Gewichten ab, bis zu 40kg. war durchaus nichts besonderes. Wie war das machbar ? Ein Fisch dieser Grössenordnung ist ein Ultimativer Jäger und hat sich durch Evolution und Adaption auf die Beutejagd in seinem natürlichen Umfeld erfolgreich eingelebt: Eingetrübtes Wasser !

Nicht so trübe die Aussicht…

Brauchen wir nun diese “ Farb getunten Fliegen “ ?…. es scheint so, und wenn es uns nur hilft psyschologische Schranken zu überwinden…   Im leicht angetrübten Wasser, natürlich oder nicht, bevorzugen wir Kontrastreiche Farben: schwarz, Neon Farben in pink, gelb, rot, grün. Je sichtiger das Wasser desto mehr gehe ich in Richtung der natürlichen Beute Farbgebung. Wenn auch Sabalo, Mojara und Morenas, nur um die wichtigsten Beutefische zu nennen, farbpaletten bezogen Welten auseinanderliegen, so vereint  sie eines : die Möglichkeit der Imitation  mit  Schwarzen Fliegenmustern. Es ist die unschlagbare non plus ultra Farbe, (auch wenn sie keine ist… )  Aber, und nun bringen wir die so oft sonnigen hellen Tage mit ins Spiel, helle Muster mit viel Flash sind ebenso erfolgreich wenn sie  in der entsprechenden Tiefe  serviert werden. Wurde die Fliege wieder mal verfehlt weil unsere Ungeduld uns allzu ungeschickt machte, wechseln wir zu anders farbigen Fliegen und Grössen.

       Klassische Muddler

  unfrisiert…

ready to go !

Fliegen Führung :

Von gewaltigen Gurglern über „Nassfliegen “ mit der Präsentation steht und fällt ein spannender Angeltag in Doradoland ! Wir wollen das die Fliege hart aufsetzt und  ohne grosse Verzögerung eingestrippt wird. Die Technik ist wiederum an das Fressverhalten des Dorado gekoppelt : Jagd er unübersehbar an der Wasseroberfläche präsentieren wir die Mücke direkt in das “ Schlachtfeld “ und strippen sie zügig ein, wenn wir eine kluge Wahl getroffen haben  liegt die Wahrscheinlichkei das die Fliege in den kraftvollen Kiefern endet bei 99% . Wenn kein Fisch auszumachen ist führen wir die Fliege in ruckartigen Intervallen mit sich wechselndem Tempo in verschieden Tiefen. Erlaubt ist alles was zum Biss führt auch beidhändiges einholen der Leine.

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